Spediteur René Starke bleibt Gera treu

By 18. August 2014Allgemein, Presse

René Starke baut Unternehmen mit 130 Mitarbeitern auf Unternehmen in Ostthüringen:

René Starke aus Gera hat 1990 sein Logistikunternehmen gegründet, das heute 130 Mitarbeiter zählt.”Ich hätte nie geglaubt, dass wir diese Größenordnung erreichen. Es war auch nicht mein Ziel”. 130 Mitarbeiter beschäftigt der Geraer Unternehmer René Starke heute in seinem Logistikunternehmen.

2012 hat ihn der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft in Gera zum Unternehmer des Jahres ausgezeichnet.
Im Juli erst erhielt er beim Empfang der Stadt Gera den Ehrenpreis der Oberbürgermeisterin. Während er den einen Preis als Anerkennung für die wirtschaftliche Leistung seines Unternehmens sieht, versteht er den anderen als persönliche Würdigung. „Für meine Bodenständigkeit“, wie der 52-Jährige sagt. „Ich bin Geraer, habe in Gera investiert und hier Arbeitsplätze geschaffen, obwohl ich in der Branche nicht an den Ort gebunden bin.“

Die Geschichte seiner Firmengründung im Jahr 1990 hat René Starke schon oft erzählt. In einer Scheune in Harpersdorf (Landkreis Greiz) begann er damals gemeinsam mit seinem Vater. Er kam vom Straßen-, Brücken- und Tiefbaukombinat, wo er Instandhaltungsmechaniker für technologische Ausrüstung gelernt hatte. „Auf dem Bock sitzen war mein großer Traum“, sagt er.

1990 lernte er bei einer Kooperationsbörse einen Wiesbadener Unternehmer kennen. Der wurde erst der Geschäftspartner und dann der väterliche Freund des heutigen Allein­gesellschafters. 1992 eröffnete der Firmensitz in Gera-Thieschitz, gleich neben der Autobahnbrücke. Starke stammt aus dem Ortsteil, würde sich aber nicht wieder für diesen Standort entscheiden. „Wir hatten die Autobahn in Sichtweite, mussten aber hochkommen“, beschreibt er den Makel.

Als Zwischenlösung wurden Flächen in Ronneburg angemietet, ehe sich der Unternehmer für den Kauf des alten Kraftverkehr-Standortes in der Geraer Leibnizstraße entschied. Seit 2010 nutzt der Logistiker dort die vorhandene 2000 Quadratmeter Hallenfläche und baute bis 2012 weitere 4000 Quadratmeter dazu. Insgesamt rund drei Millionen Euro wurden in den Standort, der näher an der Autobahn liegt, investiert.

Starke Möbeltransporte ist heute eines der größten der deutschlandweit 43 Depots für den Versanddienstleister Hermes. Für insgesamt 180 Versender wurde im vorigen Monat ausgefahren. Darunter auch QVC, Amazon und Saturn.

„Manche Aufträge können wir nicht erfüllen, weil wir das Personal nicht haben“, sagt der 52-Jährige, dem aktuell zehn Leute fehlen. 45 Lkw sind auf Achse, die im Monat bis zu 13″000 Artikel zu Kunden bringen. Die Touren stellen die Disponenten so zusammen, dass bis zu 25 Stationen pro Fahrzeug und Tag angefahren werden. Ausgeliefert wird zwischen Gotha, Chemnitz, der bayerischen Grenze und Leipzig.

Der internationale Umzugsservice ist ein weiteres wichtiges Standbein. Transporte waren auch schon bis nach Neuseeland unterwegs. Daneben werden auch Neumöbel ausgeliefert und aufgebaut. Als Gesamtvorstandsmitglied im Bundesverband Möbelspedition und Logistik half René Starke 2006 bei der Einführung des neuen Berufes Fachkraft für Möbel-, Küchen und Umzugservice. Er vereint die vier Berufe des Möbel­packers, des Möbelträgers, des Küchenmonteurs und des Berufskraftfahrers. Sechs junge Leute hat das Geraer Unternehmen schon dafür ausgebildet.

Für den Chef war es erst kürzlich beeindruckend, sagt er, wie seine Belegschaft hinter ihm steht. Er bekam Besuch im Klinikum und einen riesigen Obstkorb, für den unter den Mitarbeitern gesammelt worden war. Viele erkundigten sich nach seinem Befinden via Handy. „Das hat mich sehr bewegt und mir gezeigt, dass ich gar nicht so viel verkehrt gemacht haben kann“, erzählt er noch immer sehr gerührt. Stolz sei er ganz besonders auf seinen Betriebsleiter Mirko Träger. „Da ist nichts angebrannt“.

Unterdessen lernt René Starkes 18-jähriger Sohn Felix das zweite Jahr im Unternehmen. Speditionskaufmann will er werden und dann ein BA-Studium anschließen. Auch wenn der Vollblutunternehmer bereit ist, in Gera die neuerlich angehobene Gewerbesteuern zu zahlen, privat hat er sich anders entschieden. Er wohnt im Saale-Holzland-Kreis.